Seehaus wahrscheinlich bis März zu

Veröffentlicht: 25. August 2018 in Uncategorized

Schlechte Nachrichten für Schneebergwanderer und Ausflügler: das Seehaus, eine Gaststätte mit Uunterkunftshaus zwischen Fichtelberg und dem Schneeberg, ist zu. Und bleibt wahrscheinlich bis zum Frühjahr geschlossen. Aber ein Rest Hoffnung bleibt.

Seit Monaten schon sucht der Fichtelgebirgsverein, der Eigentümer des Seehauses, nach einem neuen Pächter. Seit bekannt ist, dass die Familie Castro Riemenschneider sich nach Emtmannsberg verändert. Am 1. Oktober hätte der Neue anfangen können und sollen. Doch mehrere Aufrufe blieben offenbar ohne Erfolg. Auf Nachfrage sagt FGV-Geschäftsführer Jörg Hacker, dass es zwar noch Interessenten gebe. Aber wenn man nicht in den nächsten vier Wochen jemanden finde, der auch kurzfristig anfangen kann, dann werde das Seehaus wohl bis mindestens März zu bleiben. Der Grund ist, dass man ins Seehaus — mitten im Wald auf über 900 Metern Höhe — nichts Größeres transportieren kann, wenn erst mal Schnee liegt. Beim Marktredwitzer Haus ist das anders; hier ist ebenfalls aktuell geschlossen, hier sucht der FGV ebenfalls einen Pächter.

Am Schnittpunkt von Wanderwegen

Das Seehaus liegt am Westhang des Seehügels im Schneebergmassiv auf einer großen Waldlichtung. Es ist zentral gelegen am Schnittpunkt wichtiger Wanderwege (Mittelweg, Höhenweg, Seenweg, E3, Fränkischer Gebirgsweg). Zu Fuß ist es beispielsweise vom Seehausparkplatz an der B 303 in 15 bis 20 Minuten gut zu erreichen. Eine öffentliche Zufahrtsstraße gibt es nicht. Das Haus hat eine eigene Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und wird primär über ein eigenes Gasblockheizkraftwerk mit Strom und Wärme versorgt. Das Haus verfügt über 60 Sitzplätze im Gastraum und eine sehr schöne Terrasse mit Blick zum Ochsenkopf, heißt es in der Ausschreibung des FGV. Für Übernachtungen bietet das Haus 21 Betten und zusätzlich 30 Schlafplätze in einem Matratzenlager.

Pächter muss auch Handwerker sein

Auf einen Pächter warten andere Anforderungen als an den Betreiber einer Gastwirtschaft mitten im Ort. Ein Pächter soll laut dem FGV außer Erfahrung in der Gastronomie und Affinität zur regionalen Küche auch handwerkliches Geschick zur Ausführung kleinerer Reparaturen und technisches Verständnis für den Betrieb der Haustechnik mitbringen.

Das Seehaus ist nicht nur ein besonderes Ausflugsziel. Sondern auch ein Ort mit viel Geschichte. Das aktuelle Gebäude ist genau 90 Jahre alt. Doch schon vor mehr als 250 Jahren wohnten und arbeiteten hier Menschen. Unter anderem wurde hier Zinn abgebaut: „Das Seehaus war früher das Zechenhaus der Zinnseifenbergwerke Glück auf und Friedrich-Carls-Glück, die von 1757 bis 1826 betrieben wurden“, schreibt Rudolf Thiem in seinem Buch „Der Schneeberg — höchster Berg des Fichtelgebirges“. In dieser Zeit hatte das damalige Seehaus einen höchst illustren Gast: Johann Wolfgang von Goethe war 1785 das erste Mal im Fichtelgebirge. Der bekannteste deutsche Dichter war bekanntlich auch wissenschaftlich, insbesondere geologisch interessiert. Von Wunsiedel wanderte er damals über Leupoldsdorf und eben das Seehaus zum Ochsenkopf.

Erneute Suche nach Zinn

Etwa seit den 1830er Jahren ist Bewirtung im Seehaus nachgewiesen. Und noch vor weniger als 100 Jahren wurde um das Seehaus versucht, den alten Zinnbergbau wieder aufzunehmen — ohne Erfolg, trotz moderner Maschinen.

Seehaus

 

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