Elternprotest wegen erhöhter Radon-Werte

Veröffentlicht: 6. Mai 2013 in Uncategorized

Besorgte Fichtelberger Eltern haben ihre Kinder am Freitagmorgen (03.05.13) in die Grundschule des Nachbarortes Mehlmeisel gebracht. Sie haben Angst, weil im eigenen Schulgebäude erhöhte Radon-Werte festgestellt wurden.

Die erhöhten Radon-Werte im Schulgebäude hat eine Überprüfung des Gesundheitsamtes Bayreuth ergeben. Mit ihrem Boykott unterstreichen die rund zwanzig Eltern ihre Forderungen: Sie möchten entweder einen alternativen Schulstandort oder die Sanierung ihrer Fichtelberger Schule. Zudem fordern sie, dass die Kinder im Sanierungszeitraum im benachbarten Mehlmeisel unterrichtet werden.

Zu hohe Radon-Werte?

Der gemessene Radon-Wert in der Fichtelberger Schule liegt mehr als das Vierfache über dem Wert, der als Richtwert bei Altbauten gilt. Die Werte lagen bei bis zu 1.700 Becquerel je Kubikmeter Raumluft. Eigentlich sollte der Wert nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO nicht über 300 Becquerel liegen. In Deutschland gibt es derzeit noch keinen verbindlichen Grenzwert für die Radon-Belastung in Gebäuden.

Ungünstige Bedingungen bei Messung

Beantragt hatte die Messung im Schulhaus die Gemeinde Fichtelberg. Doch laut Gesundheitsamt wurde die Untersuchung unter schlechten Bedingungen durchgeführt: im Winter, bei geschlossenen Fenstern und hochgedrehter Heizung. Das Gesundheitsamt Bayreuth rät nun erst einmal zu pragmatischen Maßnahmen. So könne man Radon-Werte durch ständiges Lüften abmildern. Zudem soll der Kellerboden abgedichtet werden, damit Radon nicht aus dem Boden ins Gebäude eindringen kann.

Angst vor Schulschließung

Im Fichtelgebirge ist die Radon-Konzentration wegen des Granitgesteins höher als in anderen Gegenden. Das radioaktive Edelgas Radon wird gebildet, wenn im Gestein und im Erdreich die in Spuren enthaltenen Uran und Thorium zerfallen. Unter normalen Umständen ist Radon farblos, geschmacklos und geruchlos. In der medizinischen „Radonbalneologie“ soll Radon das menschliche Immunsystem anregen und dadurch Krankheiten lindern. Dabei wird es inhaliert oder ins Badewasser eingeführt. Radon ist nach dem Rauchen aber auch die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

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